Im Fokus: Behörden /JVAs - Ein Artikel in SECURITY insight 5/13, Seite 41

Das Konzept der Justizvollzugsanstalt Vechta ist einmalig: Sie dient dem geschlossenen Vollzug für so genannte Jungtäter, die nicht älter als 25 Jahre sind, wenn sie ihre Strafe antreten. Gefangene sind so mit Gleichaltrigen untergebracht, und die Vollzugsbeamten können auf die besonderen Bedürfnisse der Jungtäter eingehen. Als eine Anstalt mit baulich älteren Gebäuden wurde die JVA Vechta wie viele andere in den letzten Jahren sicherheitstechnisch nachgerüstet. Dazu gehört auch die elektronische Schlüsselverwaltung, die beim Neubau der Pforte die alte mechanische Lösung ersetzte.


Die Hochsicherheitsschlüssel sind jetzt jederzeit elektronisch vor unberechtigtem Zugriff gesichert. Die Aufgabenstellung war seinerzeit komplex: Im Pforten-Neubau wird jedem JVA-Bediensteten ein Fach zugeordnet, in dem die Schlüssel außerhalb der Dienstzeit sicher aufbewahrt werden können. Während der Dienstzeit lassen sich dort auch persönliche Wertgegenstände deponieren. 


Um die reibungslose Entnahme und Rückgabe sicherzustellen, wünschten sich die JVA-Verantwortlichen, dass die Bediensteten über drei parallel laufende Terminals Zugriff auf die Fächer haben. Die Identifizierung der Bediensteten sollte über das vorhandene Zeiterfassungssystem erfolgen. Kontrolle und Aufsicht sowie die lückenlose Dokumentation sollten rund um die Uhr mittels Software in der Pforte garantiert werden. Gefordert war, dass alle Belegungsarten der Fächer grafisch und tabellarisch dargestellt werden.


Das proxSafe-Fachanlagensystem pillar von deister electronic entspricht diesen Anforderungen. Die Schlüsselfachanlage pillar S14 mit 285 Fächern lässt sich über drei Terminals gleichzeitig bedienen. So müssen die Bediensteten bei Schichtwechsel nicht warten, bis sie an ihre Fächer kommen. Um die Sicherheitsanforderungen der JVA zu erfüllen, wurden die bestehenden "Indala"-Transponder durch „Mifare Desfire EV1“ ersetzt. Eine Umstellung in der Datenbank der Zeiterfassung war dafür nicht notwendig. Die Vollzugsbediensteten nutzen den gleichen Transponder als Identifikationsmittel am Terminal der Zeiterfassung und am Bedienterminal der Fachanlage. 


Die Schlüssel werden mit Hilfe eines Einmal- Siegels an einem keyTag - dem elektronischen Schlüsselanhänger - befestigt. Jede Bewegung und Nutzung der keyTags wird automatisch protokolliert und die Daten archiviert. Alle Vorgänge werden mit Datum, Uhrzeit und Personalnummer des jeweiligen Bediensteten gespeichert.


Die Überwachung der Anlage erfolgt per Software über einen PC in der Pforte. Für die Konfiguration und Bedienung des benutzerfreundlichen Systems wurde direkt an der Anlage eine Schnittstelle in einem Servicefach integriert. 


Daraus ergeben sich zahlreiche Vorteile: Die zügige und automatische Schlüsselausgabe ist rund um die Uhr und ohne Zeitverlust gewährleistet, auch bei hoher Entnahmefrequenz zum Schichtwechsel. Alle Vorgänge werden in der Datenbank und im Terminal protokolliert und sind jederzeit nachweisbar (im Ringspeicher sind bis zu 7.000 Ereignisse möglich). Der Pfortenbedienstete hat jederzeit den Überblick und die Kontrolle über die Belegung der einzelnen Fächer. Die proxSafe-Fachanlage kann nahezu beliebig an einem anderen Standort installiert, erweitert oder umorganisiert werden. Der große Speicher des Terminals macht das System besonders betriebssicher. Selbst wenn das Netzwerk ausfällt, werden Spannungsausfälle überbrückt. Das Personal wird bei gleichzeitiger erhöhter Sicherheit entlastet. Der Verwaltungs- und Zeitaufwand kann minimiert und die Betriebskosten verringert werden.