Interview mit Joachim Gonschior, Key Account Manager vanLoxx bei deister electronic, RFID im Blick, Ausgabe 5/2013, Seite 45

RFID im Blick: Herr Gonschior, aus welchen Komponenten besteht das vanLoxx-System?
Ganz gleich, wie umfangreich das Gesamtsystem sein soll, es braucht immer einen Controller, der das System steuert und mindestens ein Verriegelungselement an einer der Fahrzeugtüren. Idealerweise gehört zu dem System ein RFID-Reader dazu. Ein Transponder dient dann als Schlüssel, ähnlich eines Hotelzimmerschließsystems. Das vanLoxx-System ist über die Grundfunktion hinaus erweiterbar, da es auf einem Bus-System basiert und daher weitere Komponenten wie zusätzliche Verriegelungselemente, RFID-Leser oder Anzeige- und Alarmeinheiten integriert werden. In rund 85 Prozent der ausgelieferten Systeme seit der Markteinführung vor 14 Jahren wird die RFID-Technologie eingesetzt. Der Fahrer nutzt dann beispielsweise einen LF-Transponder am Armband, um das Fahrzeug zu entriegeln und es wieder zu verschließen. Das Schlüsselsuchen und Schlossbenutzen entfällt somit komplett.

Welche Vorteile hat ein automatisches Verriegelungssystem gegenüber dem Fahrzeugschlüssel?

Teilweise befinden sich bis zu 300 unterschiedliche Pakete mit unterschiedlichen Lieferadressen an Bord eines Fahrzeuges. Somit muss ein Fahrzeugschlüssel dementsprechend viele Male an einem einzigen Tag im Zündschloss bewegt werden. Gleiches gilt für Gleiches gilt für die Türen des Fahrzeugs. Das vanLoxx-System ist auf über 300 000 Betätigungen ausgelegt. Als zusätzliche Option kann das System auch mit einer Start-Stopp-Schaltung ausgestattet werden. Damit lässt sich das Fahrzeug per Taster starten und stoppen, damit nicht bei jedem Ausliefervorgang der Fahrzeugschlüssel benutzt werden muss. Der Hauptnutzen liegt also ganz klar in der Zeitersparnis. Dazu kommen der geringere Verschleiß und die Sicherheit, dass das Fahrzeug nach Verlassen des Fahrers automatisch verriegelt wird.


Welches weitere Einsparpotenzial bringt das System mit?
Sollte beispielsweise ein Transponder verloren gehen, ist dies in der Folge bei Weitem nicht so kostenintensiv, wie der Verlust eines Fahrzeugschlüssels. Es müssen keine mechanischen Bauteile gewechselt werden und durch die nur wenig Zeit in Anspruch nehmende Neuprogrammierung des Systems ist der verlorene Transponder, sollte er in falschen Händen wieder auftauchen, nutzlos.


Welche Unternehmen setzen das Fahrzeugverriegelungssystem ein?
Zahlreiche der führenden und namhaften Zustelldienste europaweit setzen, teils schon seit vielen Jahren, auf die vanLoxx-Lösung. Das System ist aber auch für andere Branchen wie beispielsweise bei Lkw-Transporten von Medikamenten oder hochwertiger Elektronik, bei Rettungsfahrzeugen und für Handwerkerfahrzeuge geeignet. Die Sicherheit, dass kein Unbefugter das Fahrzeug betritt, steht hier klar im Vordergrund.


Das System ist seit vielen Jahren etabliert. Wie geht es weiter?
Alle Komponenten werden natürlich permanent weiterentwickelt. Das betrifft sowohl die Verriegelungselemente als auch die Controller, die zukünftig eine SPS-Funktion beinhalten werden, um spezielle Abläufe auf den unterschiedlichen Fahrzeugtypen abbilden zu können. Es kann ein Array geschaffen werden, wo die Ein- und Ausgänge wunschgemäß programmiert werden können. Bei Rettungsfahrzeugen ließen sich auch weitere RFID-Anwendungen, die dann über den bereits verbauten Controller gesteuert werden, integrieren, um beispielsweise sicherzustellen, dass die richtige Trage oder der richtige Defibrillator an Bord der Fahrzeuge sind. Die Robustheit und Wartungsfreiheit der mechanischen Schließelemente besteht allerdings schon seit der Markteinführung des Systems.

Automatisches Verriegelungssystem für alle Nutzfahrzeugtypen
Das vanLoxx-System wurde speziell für die automatische Verriegelung von Kleinlastwagen im Zustellbereich entwickelt. Die Authentifizierung über die berührungslose RFID-Technologie bietet folgende Vorteile: Zeitgewinn - es können mehr Pakete im definierten Zeitraum zugestellt werden. Und: Kein Materialverschleiß am Zündschloss bzw. Schließzylinder. Die äußerst robusten Verriegelungselemente sorgen für eine zuverlässige und belastbare Sicherung aller Türen im Angriffsbereich. Das System ist für den Einsatz über mehrere 100.000 Betätigungen ausgelegt, modular aufgebaut und an nahezu alle Fahrzeugtypen anpassbar. Die Baugruppen mit KBA (Kraftfahrzeug-Bundes-Amt)-Zulassung sind speziell für den Einsatz in Nutzfahrzeugen entwickelt worden und garantieren damit eine maximale Betriebssicherheit.