Artikel in "Melliand Textilberichte", 3/2013 (Oktober 2013), Seite 171/172

Hotels, Ressorts und Freizeitparks stehen vor der Herausforderung, täglich bis zu mehrere tausend Kleidungsstücke zu verwalten. Uniformen von Angestellten oder die Hotelwäsche müssen gesammelt, gewaschen, getrocknet, gebügelt und wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden. Mit Hilfe von textilen RFID-Transpondern, die ganz einfach mit den einzelnen Wäschestücken vereint werden, lassen sich die Textilien genau zuordnen und nachverfolgen.

 

Der größte Vorteil dieser UHF-Transponder: Textilien werden stapelweise und in Sekundenschnelle erfasst. 
Die berührungslose Identifikation von Gütern, Bauteilen oder von Textilien bietet immer mehr Varianten zur Optimierung und Vereinfachung von Prozessen. Mittels der RFID-Technologie können heute Einkauf, Vertrieb, Lagerung und die Verwaltung von Wäsche optimiert werden. Damit ist es für Unternehmen wie Wäschereien, Hotels oder Krankenhäuser einfacher, ein genaues Wareninventar zu führen. Zudem kann RFID zur Vermeidung von Schwund (loss prevention) eingesetzt werden.


Der Schwund hoteleigener Textilien wie Handtücher und Bademäntel kann durch den Einsatz von RFID-Tags drastisch reduziert werden. So kann ein Hotel in Miami Beach, das ein System der deister electronic GmbH einsetzt, eine monatliche Ersparnis von 16.000 US $ beim Aufwand für Textilien verzeichnen. Ein weiteres Problem, das "Bunkern" von Textilien im Hotel, erübrigt sich.


Hotels, die mit RFID arbeiten, kennen ihre Bestände und können so die Anzahl der Wäschestücke deutlich verringern. Das können durchaus einige Tausend Wäschestücke sein. Aber auch die Zuordnung von Betriebswäsche in den Wäschereien kann mit Einsatz dieser Technologie korrekt erfolgen. Die mit UHF (Ultra High Frequency)-Tags gekennzeichnete Wäsche von Station A des Krankenhauses wird entsprechend im Wareneingang erfasst. Jedes Teil kann im Reinigungsprozess nachverfolgt werden. Im Warenausgang wird diese Wäsche entsprechend der Vorschriften gebündelt und geht wieder zurück an Station A. Es wird keine Wäsche vertauscht oder Fremdwäsche geliefert.


Berührungslose Identifikation für mehr Sicherheit
Bei Einflüssen wie Hitze, Kälte, Funkenflug und starker Spannung, bei schlechten Sichtverhältnissen oder extremen Witterungsbedingungen wird das ordnungsgemäße Tragen der "richtigen" Berufsbekleidung schnell zum Lebensretter. Arbeiter sind daher verpflichtet, die persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um z. B. schneller und besser gesehen zu werden. Diese unterliegt strengen Normen, auch in Bezug auf das richtige Reinigungsverfahren. Auch die Anforderungen an die Wäscheaufbereitung in Bezug auf Sauberkeit und Hygiene unterliegen dabei normativen Vorgaben. Dass diese penibel genau eingehalten werden, kann über das Auslesen der mit RFID-Etiketten versehenen Kleidungsstücke festgestellt werden.


Optimierte Kontrolle und Sortierung im Wareneingang
Enthalten Reinraum-Textilien oder PSA-Kleidung i. A. eingenähte oder aufgepatchte UHF-RFID-Transponder, so kann stark verschmutzte oder risikobehaftete Bekleidung im Wareneingang automatisch und berührungslos identifiziert und entsprechend zugeordnet werden. Die Transponder unterstützen die automatisierte Vorsortierung, um die Wäschestücke sicher in ihre Aufbereitungsprozesse zu leiten. Verschmutzte Wäsche muss dabei nicht angefasst werden.


In Wäschereien steht heute die Reinigung von Objektwäsche aus Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Hotelbetrieben und Gastronomie, von Berufs- und Schutzkleidung im Vordergrund. Der Anteil an Lohnwäsche ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen, sodass viele Wäschereien die Dienstleistung der Objektausstattung und Berufskleidung im Leasing ausgebaut haben. Dabei ist der Begriff Leasingwäsche oft nicht der richtige Ausdruck, vielmehr handelt es sich in den meisten Fällen um Mietwäsche (http://de.wikipedia.org/wiki/Wäscherei). Um hier die Wäsche eindeutig und korrekt den jeweiligen Betrieben zuzuordnen, können die einzelnen Wäschestücke mit einem textilen RFID-Transponder versehen werden. Im Wareneingang kann man dabei zur Sortierung und Eingangskontrolle auf verschiedene Lösungen zurückgreifen. Es ist möglich, einen UHF-Einzelreader oder einen Tunnelreader (Gate) einzusetzen. Die Integration der "elektronischen Etiketten" ist in Westen, Jacken, Hosen, Atemgeräten, Schuhen, Helmen, Zurrzeuge und andere flexible Artikel problemlos möglich.


Reinigung und Verwaltung des gesamten Bekleidungsbestands
Die textilen UHF-RFID-Transponder sind hitzebeständig, wasch- und mangelbar. Sie lassen sich einfach - wie herkömmliche Pflegeetiketten auch - auf die Wäsche aufpatchen. Der wesentliche Vorteil dieser "elektronischen Etiketten" ist ihre hohe Lesereichweite. Sie werden in Sekundenschnelle stapelweise identifiziert (Pulklesung). Selbst nasse und zusammengeknotete Wäsche kann zuverlässig vom UHF-Lesegerät erfasst werden. Die Haltbarkeit der Kleidungsstücke ist erfahrungsgemäß kürzer als die der robusten RFID-Transponder. Perfekte Leseergebnisse sind damit über die gesamte "Lebensdauer" der Wäsche gegeben.


Automatisch gezählt
Die Wäsche soll einfach, schnell und berührungslos registriert werden. Die UHF-Technologie eröffnet neue Möglichkeiten zur Automatisierung innerhalb der Wäscherei. Deister electronic entwickelte ein platzsparendes, von der Decke hängendes RFID-Gate, das speziell auf die Anforderungen in Wäschereien eingeht. Im Vergleich zu fest installierten Gates ist dieses sehr mobil, unempfindlich und variabel einsetzbar. Hierüber werden viele Textilien gleichzeitig im Rollcontainer sekundenschnell und zuverlässig erfasst. Das Auslesen von ca. 300 Teilen auf der unsauberen Seite im Gitterwagen erfolgt in Sekundenschnelle. Konzipiert als hängendes Gate mit flexiblen Seitenwänden, entfallen aufwändige Rammschutzmaßnahmen. Das RFID-Gate ist auf engstem Raum einsetzbar. Es eignet sich sowohl für eine effektive Wareneingangs- als auch Warenausgangsprüfung und ermöglicht die einfache Bestandskontrolle von Textilien, Fußmatten, Kleidern und Containern. Das RFID-Gate kann auch als Sicherheitsschleuse eingesetzt werden.
In Kombination mit einem textilen Transponder des Unternehmens wird die PSA-Kleidung vom RFID-Gate sofort erkannt. Hat der Mitarbeiter tatsächlich seine vollständige PSA angelegt? Alle Textilien können dem jeweiligen Betrieb zugeordnet werden, Fremdwäsche wird ausgeschlossen. Verluste lassen sich zuordnen, da über die Identifikationstechnologie die genaue Anzahl der abgegebenen Teile, die Rückläufer und die Differenz erfasst werden.


Das "elektronische Etikett" zur Wäsche-Rückverfolgbarkeit
Der gestickte Transponder textag laundry von deister electronic ist dauerflexibel und temperaturresistent. Er übersteht mindestens 250 Wasch- und Mangelzyklen und lässt sich durch Heißsiegeltechnik einfach, schnell und zuverlässig mit dem Wäschestück vereinen. Die robuste RFID-Lösung bietet eine Pulkerkennung, eine hohe Reichweite, Beständigkeit und lässt sich von Wasser und Schmutz nicht unterkriegen. 
Das Label ist sehr flach gebaut. Die Antenne besteht aus einer eigens für den rauen Einsatz entwickelten Werkstoffkombination. Als Trägermaterial kommt ein mit Heißkleber beschichtetes Standardmaterial zum Einsatz, das so auch für andere Kennzeichnungsaufgaben im Bereich der Wäschereien bekannt ist. Das macht die Anbringung für den Anwender sehr günstig, weil er in der Regel schon über die dazu nötigen Werkzeuge und Kenntnisse verfügt. Somit steht der Wäscherei-Industrie ein Produkt zur Verfügung, das nahezu für alle Bereiche der Wäschekennzeichnung geeignet und durch seine hohe Zuverlässigkeit ein wichtiges Instrument für die moderne Wäscherei-Logistik ist.


Moppbezüge, OP-Textilien und Hotelwäsche werden jeweils in Sekundenschnelle im Stapel (Pulk) über ein UHF-Lesegerät oder UHF-Gate erfasst. Das Sortieren der Wäsche per Hand, das Zählen und der Schwund im Transport- und Waschprozess gehört der Vergangenheit an. Der automatisierte Prozess sorgt für eine äußerst geringe Fehlerquote.


UHF-Transponder in Webetiketten
Die innovative textag-Lösung für die RFID-Kennzeichnung von Textilien textag wurde mit dem Anspruch entwickelt, dem textilen Charakter des Objekts möglichst nahe zu kommen. Ausgeführt als individuelles Markenlabel, als Pflegeetikett oder als Laundrylabel bilden diese "textilen" Transponder im Zusammenspiel mit applikationsspezifischen UHF-Lesern die Grundlage für ein effektives Lifecycle-Management auf Einzelstückebene. Angefangen von der Produktion über die Logistik, Datenerfassung zur kundenspezifischen Abrechnung bis hin zur Inventarisierung und Rückverfolgbarkeit sind mit textag optimal möglich.
Die Vorteile sind:

  • UHF-Standard nach ISO 18000-6 C (Gen2),
  • große Lesereichweite,
  • Pulkerfassung,
  • temperaturresistent,
  • geeignet für Formteile und Mangelwäsche,
  • geeignet für chemische Reinigung,
  • Befestigung im Saum möglich.